HORBER KÖPFE AUF DER RATHAUSFASSADE
Mit dem sogenannten Horber Bilderbuch, das von Wilhelm Klink initiiert worden ist, besitzt die Stadt Horb a. N. eine der schönsten Rathausfassaden im Lande. Die vor rund 100 Jahren geschaffene Lüftlmalerei am Horber Rathaus zählt mit zu den herausragenden selbständigen malerischen Leistungen des letzten Vertreters der Horber Bildhauerschule.
Am 2. Juli 1925 beschloss der Horber Gemeinderat auf Antrag des Stadtbauamtes die Erneuerung der Außenseiten von Rat- und Wachthaus. In diesem Zusammenhang wurde die Ausmalung der Rathausfassade mit farbenfrohen Darstellungen aus der Horber Geschichte sowie mit Porträts bedeutender Söhne der Neckarstadt nach Entwürfen des Kunstmalers Wilhelm Klink bewilligt. Für die Ausführung der Arbeiten wurden 2500 Reichsmark veranschlagt.
Da die Stadt auf die ursprünglich vorgesehenen Gipserarbeiten aus Kostengründen verzichtete, sah sich Klink gezwungen, seine Malereien nach dreifachem Grundierungsanstrich direkt auf den alten Putz aufzubringen. Mit großem Eifer und sichtbarer Begeisterung machte sich der damals 51-jährige Künstler unverzüglich an die Arbeit. Mit Keimschen Mineralfarben schuf er in erstaunlich kurzer Zeit das umfangreiche Fassadenprogramm; lediglich die Figuren- und Wappenfriese wurden erst im August 1927 vollendet.

„Skizze zur Bemalung der Vorderseiten des Rathauses u. Wachthauses in Horb“, Wilhelm Klink 1925.

Fotos: Stadtmuseum Horb / Joachim Lipp